Das Thema Arbitrage ist für neue Anleger etwas verwirrend, aber Sie werden den Begriff zweifellos hören, sobald Sie mehr und mehr über das Investieren lesen. In seiner einfachsten Form bedeutet Arbitrage, Preisunterschiede in mindestens zwei verschiedenen Märkten auszunutzen. Indem Sie gleichzeitig Geschäfte tätigen, um diesen Unterschied zu maximieren, können Sie mit einer Arbitrage-Strategie einen gewissen Gewinn erzielen.
Zum Beispiel hat Aktie A an einer Börse einen Marktpreis von 45 US-Dollar, an einer anderen jedoch einen aktuellen Marktpreis von 50 US-Dollar. Wenn Sie Aktien für 45 US-Dollar kaufen und sie in einem anderen Markt sofort für 50 US-Dollar verkaufen, ergibt das einen ordentlichen Gewinn von 5 US-Dollar pro Aktie. Aufgrund der globalen Wirtschaft und der Effizienz elektronischer Kommunikation ist dies möglicherweise eher ein Lehrbuchbeispiel als ein Beispiel aus der Praxis, aber so funktioniert Arbitrage.
Die häufigste Form der Arbitrage gibt es bei Fusionen und Übernahmen (M&A). Wenn ein börsennotiertes Unternehmen ein anderes börsennotiertes Unternehmen kaufen möchte, muss es für dessen Aktien in der Regel einen Aufschlag zahlen. Nehmen wir zum Beispiel an, Unternehmen X möchte Unternehmen Y übernehmen. Die Aktien von Unternehmen Y werden zu 20 US-Dollar gehandelt, und Unternehmen X bietet an, sie für 30 US-Dollar pro Aktie beziehungsweise mit einem Aufschlag von 50 % zu übernehmen.
Hier kommt der Arbitrage-Aktienhändler schnell ins Spiel. Da es ein vorgeschlagenes Geschäft für die Aktien von Unternehmen Y zu einem deutlich höheren Preis gibt, beginnen Händler, Aktien aufzukaufen, und der Kurs steigt. Allerdings besteht immer die Möglichkeit, dass der Deal nicht zustande kommt. Im Grunde ist M&A-Arbitrage eine Wette darauf, dass eine vorgeschlagene Fusion oder Übernahme tatsächlich zustande kommt.
Arbitrage kann sowohl als offensive als auch als defensive Strategie eingesetzt werden. Während Sie hoffen, dass sie Ihnen hervorragende Gewinne einbringt, kann Arbitrage auch als Strategie zum „Schutz“ und zur Risikominderung dienen. Arbitrage-Geschäfte können Sie zudem vor einem größeren Verlust schützen und Ihnen gleichzeitig die Möglichkeit geben, bei einem steigenden Markt einen beträchtlichen Gewinn zu erzielen.
Um ein Beispiel aus der Praxis zu nennen: Wahrscheinlich haben Sie schon einmal Arbitrage betrieben, ohne es zu merken. Hier ein klassisches Beispiel: Zur Weihnachtszeit gehen Sie in ein Elektronikgeschäft und kaufen ein Spiel für Ihre Kinder, das 99 Dollar kostet. Am nächsten Tag sehen Sie bei Wal-Mart dasselbe Spiel für 89 Dollar. Was tun Sie also? Sie kaufen das 89-Dollar-Spiel bei Wal-Mart und geben das 99-Dollar-Spiel im anderen Geschäft zurück bzw. verkaufen es dort zurück – und sparen dabei 10 Dollar (man könnte sagen: Sie erzielen einen „Arbitragegewinn“).










