8-07 Insidertransaktionen

Insidertransaktionen und Insiderhandel sind in den letzten Jahren zu einem sensiblen Thema geworden. Die meisten Gedanken gehen dabei eher ins Negative (Bilder von Martha Stewart im Gefängnis kommen einem vielleicht in den Sinn), wodurch der Eindruck entsteht, dass alle Insidertransaktionen illegal oder unethisch sind. Das stimmt nicht.

Technisch gesehen umfassen Insidertransaktionen den Handel eines Mitarbeiters eines Unternehmens mit Aktien oder anderen Wertpapieren seines eigenen Unternehmens. Nur weil ein leitender Angestellter eines Unternehmens Aktien seines Unternehmens gekauft oder verkauft hat, heißt das jedoch nicht, dass er auf der Grundlage von Informationen gehandelt hat, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Mitarbeiter von Unternehmen kaufen und verkaufen ihre Anteile recht häufig, da sie als Teil ihres Vergütungspakets Aktienoptionen erhalten, diese Aktienoptionen ausüben und anschließend die aus den Optionen erhaltenen Anteile verkaufen.

Offensichtlich haben Führungskräfte, das Management und andere Mitarbeiter oft notwendigerweise Zugang zu internen Informationen, die unter die Definition von „nicht öffentlich“ fallen. Allein der Besitz dieser Informationen und der Handel mit Unternehmenswertpapieren ist jedoch legal und zulässig. Die Öffentlichkeit, die SEC (Securities and Exchange Commission) und die Generalstaatsanwaltschaft werden mit normalen Geschäften von „Insidern von außen“ keine Probleme haben.

Das Problem mit Insidertransaktionen – und ihre Illegalität – entsteht, wenn Unternehmens mitarbeiter mit „wesentlichen Informationen“ (wichtigen, positiven oder negativen Informationen) Kenntnis erlangen, die sie dazu veranlassen, Wertpapiere ihres eigenen Unternehmens zu kaufen oder zu verkaufen. Betreffen diese Geschäfte Führungskräfte oder leitende Angestellte des Unternehmens, können sie gegen ihre „treuhänderische Verantwortung“ verstoßen, die mit ihren einflussreichen Positionen verbunden ist und Vertrauen, Zuversicht und Ehrlichkeit verlangt.

Es gibt jedoch eine Möglichkeit, von den legalen Geschäfte Insidern zu profitieren. Das Management eines Unternehmens erhält jedes Jahr Zeitfenster, um legal Aktien seines eigenen Unternehmens zu kaufen oder zu verkaufen. Und all diese Transaktionen sind öffentliche Informationen.

Macht es nicht Sinn, dass Unternehmensinsider den besten Einblick in die zukünftigen Geschäftsaussichten ihres Unternehmens haben? Darauf beruht die Theorie hinter dem Nachverfolgen von Insidertransaktionen bei Aktien eines Unternehmens. Wenn ein Insider einen großen Kauf von Aktien seines Unternehmens tätigt, ist das normalerweise ein sehr positives Signal; das Gegenteil gilt ebenso.

Viele Websites bieten Informationen über Insiderhandel auf der Grundlage der Formulare an, die Insider bei Transaktionen bei der SEC einreichen müssen. Die MSN-Money-Website zeigt Ihnen Insidertransaktionen nach Börsenkürzeln an.

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Insider-Transaktionen bei Google (GOOG)

Im Rahmen meiner Fundamentalanalyse eines Unternehmens achte ich immer gern auf die Insider-Handelstrends. Manche schwören darauf, aber ich bin da eher etwas skeptisch. Nur weil ein oder zwei Insider Aktien verkaufen (vielleicht kauft der eine ein neues Haus und der andere plant seinen Nachlass) heißt das nicht, dass die Aktie kein gutes Investment ist – es bedeutet nur, dass jemand im Unternehmen ein schönes Haus kauft.