3-05 Kaufen auf Kredit

Wenn Sie ein echtes Brokerkonto eröffnen, werden Sie gefragt, ob Sie ein Marginkonto eröffnen möchten. Auf Margin zu kaufen bedeutet, dass Sie Wertpapiere mit einem Teil Ihres eigenen Bargelds kaufen und zur Finanzierung des Kaufs einen Kredit von Ihrem Broker aufnehmen. Als Sicherheit für den Kredit dienen die Aktien oder das Bargeld, das Sie bereits besitzen. Die Differenz zwischen dem Wert der Sicherheit (Wertpapiere) und dem Kredit wird als „Nettowert“ bezeichnet.

Der Kauf auf Margin kann sehr praktisch und kosteneffizient sein. Allerdings sollten Sie diese Aktivitäten immer gut im Griff haben, um spätere finanzielle Probleme zu vermeiden. Das ist etwas komplex, ergibt aber mit etwas Übung Sinn.

Sie können normalerweise bis zu 50 % des Werts der Wertpapiere leihen, die Sie kaufen. Außerdem müssen bestimmte Mindestanforderungen an die Margin eingehalten werden. Wenn Ihr Konto oder Ihre Sicherheit unter das erforderliche Minimum fällt, erhalten Sie einen „Margin Call“. Dann müssen Sie Geld auf Ihr Konto einzahlen oder werden gezwungen, Wertpapiere zu ihrem aktuellen Marktwert zu verkaufen, ob Sie möchten oder nicht. Sie sollten jederzeit angemessene Mindest-Marginanforderungen einhalten. Margin Calls können für Sie oft kostspielig sein, weil sie Sie in der Regel dazu zwingen, Aktien zu niedrigen Preisen zu verkaufen und dadurch Verluste auf Ihrem Konto zu realisieren.

Die gute Nachricht: Sie können Ihre Kaufkraft maximieren, indem Sie weniger Bargeld einsetzen, um mehr Aktien zu kaufen. Ihre Möglichkeiten hängen von der Hebelwirkung ab, die Ihr Broker zulässt. Die meisten Broker haben beispielsweise eine Marginanforderung von 50 %, was eine Hebelwirkung von 2:1 ermöglicht. Bei einer Marginanforderung von 50 % können Sie mit einer Bareinzahlung von 10.000 $ auf Ihrem Brokerkonto Aktien im Wert von bis zu 20.000 $ kaufen.

Die schlechte Nachricht: Sie haben Ihre Kaufkraft maximiert, aber wenn der Wert Ihrer Aktie fällt, werden auch Ihre Verluste maximiert. Wenn Ihr Konto außerdem unter die Mindestanforderung für die Margin fällt, müssen Sie mehr Bargeld oder Aktien beschaffen, um Ihr Konto wieder in Ordnung zu bringen.

Hier ist ein kurzes Beispiel, das für Klarheit sorgen sollte. Nehmen wir an, Sie möchten 100 Aktien von LUV zu 10,00 $ pro Aktie kaufen – das kostet 1.000 $. Sie entscheiden sich, 500 $ Ihres eigenen Geldes und 500 $ zu verwenden, die Sie von Ihrem Broker geliehen haben. Sie haben gerade einen Margin-Kauf getätigt. Ihr Nettowert beträgt 500 $ (Aktien im Wert von 1.000 $ abzüglich des Darlehens von 500 $). Wenn die Aktie auf 15 $ steigt und Sie verkaufen, erhalten Sie 1.500 $. Der Broker nimmt 500 $, um den Kredit zu tilgen, und Sie stecken die übrigen 1.000 $ ein. In diesem Beispiel haben Sie eine Rendite von 100 % erzielt, weil Sie Ihre anfänglichen 500 $ in 1.000 $ verwandelt haben. Hätten Sie nicht auf Margin gekauft, hätten Sie nur 50 Aktien zu 10 $ für insgesamt 500 $ kaufen können, und dann hätten Sie Ihre 50 Aktien zu 15 $ für 750 $ verkauft, also einen Gewinn von 250 $ bzw. 50 %.

Ebenso gilt: Wenn Sie 100 Aktien auf Margin gekauft hätten und die Aktie auf 5 $ gefallen wäre, dann würde der Erlös von 500 $ aus dem Verkauf zur Tilgung Ihres Kredits verwendet werden, und Ihnen blieben 0 $ – das heißt, Sie hätten bei einem Rückgang des Aktienkurses um 50 % 100 % Ihrer Anlage verloren.