Abschlussreflexion zu Advanced Investments

Kurskontext

Thema: Fortgeschrittene Derivate / Portfoliomanagement
Gewichtung der Aufgabe: 20 % der Abschlussnote
Abgabedatum: (von der Lehrperson anzugeben)


Aufgabenübersicht

Während des Semesters verwalteten Sie ein Portfolio im Auftrag eines Kunde mit aggressivem Wachstum mit einer hohen Risikobereitschaft und dem vorrangigen Ziel einer maximalen Kapitalwertsteigerung.

Ihre letzte Aufgabe besteht darin, einen formellen Bericht des Anlageausschusseseinzureichen. In diesem Bericht müssen Sie Ihre Anlagestrategie darlegen und begründen, die Einhaltung des Mandats des Kunden nachweisen und die Portfolioperformance mithilfe geeigneter risikoadjustierter Kennzahlen bewerten.

Der Schwerpunkt dieser Aufgabe liegt nicht allein auf den reinen Renditen, sondern darauf, wie das Risiko eingegangen, gesteuert und vergütet wurde. Sie müssen feststellen, ob Ihre Überrendite (oder Unterperformance) das Ergebnis spezifischer Anlageentscheidungen oder lediglich einer breiten Marktexposition war.


Teil 1: Portfolioanforderungen und -beschränkungen

1. Branchenexponierung

Das Kundenmandat erforderte eine Exponierung gegenüber mindestens 3 verschiedene Sektoren.

  • Fügen Sie ein Kreisdiagramm der Sektorallokation aus dem endgültigen Stand Ihres Portfolios bei.
  • Haben Sie diese Diversifizierung während des gesamten Semesters beibehalten, oder hat sich das Portfolio in einem Bereich merklich konzentriert?
  • Falls eine Konzentration eingetreten ist (Style Drift), erläutern Sie, warum dieses spezifische Risiko angesichts der aggressiven Ziele des Mandanten akzeptabel war.

2. Einsatz von Derivaten

Sie waren verpflichtet, fortgeschrittene Instrumente (z. B. Optionen oder Futures) einzusetzen, um entweder die Rendite zu steigern oder das Risiko zu steuern.

  • Nennen Sie eine von Ihnen eingesetzte Derivatestrategie (z. B. Covered Calls, Protective Puts, Futures-Hedging).
  • Erklären Sie kurz die Funktionsweise des Handels.
  • Beurteilen Sie, ob die Strategie die Volatilität erfolgreich reduziert, das Risikoprofil des Portfolios verändert oder die Renditen gesteigert hat — und geben Sie ausdrücklich an, ob ihr Einsatz angemessen war für dieser konkrete Kunde.

Teil 2: Risiko- und Leistungsanalyse

Vergleichen Sie die Wertentwicklung Ihres Portfolios mithilfe der in Stock-Trak bereitgestellten risikoadjustierten Leistungskennzahlen mit dem Referenzwert (S&P 500) und interpretieren Sie, was diese über Ihre Strategie und Ihr Risikoprofil aussagen. Starke Antworten heben Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zwischen Strategie, Risikoexponierung und Ergebnissen hervor, anstatt lediglich die angegebenen Werte zu wiederholen.

1. Beta (systematisches Risiko)

  • Lag das Beta Ihres Portfolios während der meisten des Semesters deutlich über oder unter 1,0?
  • War dieses Maß an Marktrisiko angesichts des aggressiven Wachstumsziels des Kunden beabsichtigt (strategisch) oder zufällig?
  • Fielen Phasen mit erhöhtem Beta mit höheren Renditen zusammen, oder erhöhten sie lediglich die Volatilität ohne ausreichende Gegenleistung?
  • Falls sich Ihr Beta im Laufe der Zeit verändert hat, erläutern Sie, welche strategischen Entscheidungen zu dieser Verschiebung geführt haben.

2. Jensens Alpha (Überrendite)

  • War Ihr Alpha im Bewertungszeitraum positiv, negativ oder nahe null?
  • In welchem Maße lässt sich Ihr Alpha eher auf die Wertpapierauswahl, das Timing oder den Einsatz von Derivaten als auf allgemeine Markttrends zurückführen?
  • Falls das Alpha negativ war, welche Entscheidungen erklären die Underperformance am deutlichsten?

3. Sharpe-Ratio (risikoadjustierte Performance)

  • Wie hat sich die Sharpe Ratio Ihres Portfolios im Vergleich zum S&P 500 dargestellt?
  • Falls Ihre Gesamtrendite die Benchmark übertroffen hat, Ihre Sharpe Ratio jedoch niedriger war, erläutern Sie, warum Ihr Risikoprofil ineffizient war.
  • Würde ein professionelles Investmentkomitee Ihre risikoadjustierte Performance für diesen Kunden als angemessen ansehen? Warum oder warum nicht?

Teil 3: Handelsentscheidungen und Strategiebewertung

1. Handelsdokumentation

  • Greifen Sie auf Ihre Handelsnotizen und Transaktionsverlauf innerhalb von Stock-Trak zu.
  • Exportieren Sie Ihre Transaktionshistorie und Handelsnotizen.
  • Diese beiden Tabellen dokumentieren Ihre Entscheidungsfindung während des gesamten Semesters und werden als Teil dieser Aufgabe überprüft.

2. Beste und schlechteste Trades

Identifizieren Sie Ihre 5 besten Trades und 5 schlechtesten Trades. Gehen Sie für jeden Trade auf Folgendes ein:

  • Benennen Sie den wichtigsten gesamtwirtschaftlichen oder unternehmensspezifischen Faktor, der die Kursbewegung beeinflusst hat.
  • Erläutern Sie, warum der Handel im Hinblick auf die Ziele und die Risikotoleranz des Kunden angemessen – oder unangemessen – war.
  • Bewerten Sie Ihren Einsatz von Orderarten (Limit/Stop) und das Timing bei der Steuerung des Ein- und Ausstiegsrisikos.

Einreichungsanforderungen

Bitte reichen Sie ein einziges Dokument ein, das Folgendes enthält:

  1. Ein Überblick über den endgültigen Portfoliowert und die Einhaltung des Kundenmandats.
  2. Ihr Kreisdiagramm der Sektorallokation und das Diagramm der Eigenkapitalkurve im Vergleich zur Benchmark.
  3. Interpretation der Daten zu Beta, Alpha und Sharpe-Ratio.
  4. Detaillierte Darstellung der zehn ausgewählten Trades und der eingesetzten Derivatestrategie.
  5. Exportierte Stock-Trak-Transaktionshistorie mit Handelsnotizen.

Bewertungskriterien

Um die volle Punktzahl zu erhalten, muss Ihr Bericht Folgendes nachweisen:

  • Korrekte Interpretation von Alpha, Beta und der Sharpe-Ratio sowie ihrer Auswirkungen auf Portfoliostrategie und Risikobereitschaft.
  • Eindeutiger Nachweis, dass die Einschränkungen und Ziele des Kunden erfüllt wurden.
  • Risikobereitschaftsentscheidungen, die im Kontext des Kundenprofils begründet sind.
  • Professionelle Präsentation, einschließlich klarer Diagramme (z. B. Eigenkapitalkurve im Vergleich zur Benchmark) und eines logischen narrativen Verlaufs.
  • Handelsnotizen, die eine zeitnahe Dokumentation statt einer nachträglichen Rekonstruktion widerspiegeln.