Kümmert sich die Börse darum, wer Präsident ist?

Eine Sammlung politischer Buttons mit US-Symbolen, darunter die amerikanische Flagge, Esel, Elefant und Abkürzungen politischer Parteien.

Wenn Wahlen anstehen, ist eine der größten Fragen für Anleger, ob sich die Marktentwicklung je nach Sieger verändert. Schließlich verspricht jeder Kandidat unterschiedliche Steuerpolitik, Regulierungen und Handelsabkommen, die sich potenziell auf die Wirtschaft auswirken könnten. Aber kümmert es den Markt tatsächlich, wer am Ende im Weißen Haus sitzt? Die Antwort könnte Sie überraschen.

Präsidenten und der Markt: Spielt die Parteizugehörigkeit eine Rolle?

Entgegen mancher Vermutungen zeigt die Geschichte, dass die Entwicklung des Aktienmarkts weder deutlich in Richtung der einen noch der anderen Partei tendiert. Tatsächlich haben sowohl demokratische als auch republikanische Regierungen erhebliches Marktwachstum begleitet — und beide haben auch Rückgänge erlebt.

Jährliche Renditen des S&P 500 nach US-Präsidentschaftsregierung (Clinto, Bush, Obama, Trump, Biden)

Betrachtet man die vergangenen Jahrzehnte, erzielte der S&P 500 unter demokratischen Präsidenten eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa 10 % und unter Republikanern rund 6,9 %. Doch das erzählt nicht die ganze Geschichte. Viele dieser Renditen werden von Faktoren beeinflusst, die außerhalb der Kontrolle des Präsidenten liegen, etwa Konjunkturzyklen, die Geldpolitik der Fed und große globale Ereignisse.

Warum kurzfristige Reaktionen nicht vorhersehbar sind

Die Märkte zeigen rund um Wahlen häufig Volatilität aufgrund der Unsicherheit möglicher politischer Veränderungen. Diese Schwankungen sind jedoch meist nur von kurzer Dauer. Zum Beispiel:

  • Wahl 2016: Die Märkte fielen zunächst, als Trump gewann, erholten sich jedoch angesichts seiner Versprechen zu Steuersenkungen und Deregulierung.
  • Wahl 2020: Anleger befürchteten Bidens mögliche Erhöhungen der Unternehmenssteuern, doch der Markt erholte sich bald dank Optimismus hinsichtlich der Bemühungen um die wirtschaftliche Erholung.

Kurz gesagt: Auch wenn Wahlen kurzfristig für Bewegung sorgen können, stabilisiert sich der Markt in der Regel, sobald politische Maßnahmen klarer werden und Anleger auf breitere wirtschaftliche Trends reagieren.

Entwicklung des S&P 500 vom Wahlmonat November bis Januar nach den Wahljahren

Worauf sich Anleger konzentrieren sollten

Anstatt zu versuchen, den Markt rund um Wahlergebnisse zu timen, sollten Sie auf einige Grundlagen achten:

  1. Zinssätze: Diese werden von der Federal Reserve und nicht vom Präsidenten festgelegt und haben großen Einfluss auf die Aktienkurse. Wenn die Zinsen niedrig sind, nehmen Kreditaufnahme und Ausgaben zu, was Aktien in der Regel zugutekommt.
  2. Unternehmensgewinne: Starke Gewinne sind ein Zeichen für einen gesunden Markt. Die Politik des Präsidenten kann die Unternehmensgewinne beeinflussen, ist aber nur ein Teil des Gesamtbilds.
  3. Beschäftigung & Inflation: Geringe Arbeitslosigkeit und moderate Inflation unterstützen eine gesunde Wirtschaft, was Aktien unabhängig davon, wer im Amt ist, tendenziell zugutekommt.

Das große Ganze: Eine diversifizierte Strategie setzt sich durch

Auch wenn es verlockend ist, Ihr Portfolio auf Grundlage politischer Prognosen anzupassen, zeigt die Geschichte, dass eine diversifizierte, langfristige Strategie kurzfristige Spekulation jedes Mal schlägt. Zwar können Präsidialpolitik und -entscheidungen die Wirtschaft beeinflussen, doch sie sind in der Regel nur ein kleiner Teil dessen, was den Markt antreibt.

Langfristiges Wachstum des S&P 500 mit markierten Wahljahren

Das Fazit

Kümmert es den Markt, wer Präsident ist? Vielleicht ein wenig kurzfristig, aber bei Weitem nicht so sehr wie bei Unternehmensgewinnen, Zinssätzen und wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Statt sich auf Wahlergebnisse zu konzentrieren, sollten Anleger informiert bleiben, diversifizieren und langfristig denken. So können Sie Ihr Portfolio weiter wachsen lassen — ganz gleich, wer im Amt ist.